Medikamente im Internet - Was ist beim Kauf zu beachten?


Im Internet gibt es zahlreiche Shops, die Arzneimittel verkaufen. Die Gefahr ist groß, dass es sich dabei um gefälschte und deshalb gesundheitsgefährdende oder wirkungslose Mittel handelt. 

Checkliste: Wann darf ich Arzneimittel online bestellen?

Der Kauf von Arzneimitteln durch österreichische KonsumentInnen im Internet ist erlaubt, wenn folgende Voraussetzungen gemeinsam erfüllt sind (ab dem 25.6.2015):

Die Apotheke hat ihren Sitz in einem EWR-Mitgliedsstaat.

Die Arzneimittel sind in Österreich zugelassen (bzw. mit solchen vergleichbar).

Es handelt sich um in Österreich rezeptfreie Arzneimittel.

Der Einkauf erfolgt für den eigenen Bedarf.

Ist eine der Voraussetzungen nicht gegeben, so ist der Einkauf verboten!

Hinweis: Bis zum 25.6.2015 dürfen österreichische Apotheken keine Arzneimittel im Internet verkaufen!

Wie ist die Rechtslage?

Ab dem 25.6.2015 ist es auch österreichsichen Apotheken erlaubt rezeptfreie Arzneimittel über das Internet zu vertreiben.

Arzneimittel sind Stoffe, die zur Anwendung im oder am menschlichen Körper bestimmt sind und als Mittel mit Eigenschaften zur Heilung oder zur Linderung oder zur Verhütung menschlicher Krankheiten oder krankhafter Beschwerden bestimmt sind.

Keine Arzneimittel sind 

Lebensmittel, Getränke, Kaugummis, Diätprodukte, Nahrungsergänzungsmittel, Lebensmittelzusatzstoffe

Kosmetika 

Tabakerzeugnisse

Natürliche Heilvorkommen 

Reinigungs- und Desinfektionsmittel, sofern sie prophylaktischen Zwecken dienen

Die Unterscheidung von Arzneimitteln und sonstigen Produkten kann im Einzelfall schwer sein.

In Österreich zugelassene, nicht rezeptpflichtige, Arzneimittel dürfen online bei Apotheken aus Österreich (ab dem 25.6.2015) oder einem anderen EWR-Mitgliedstaat (sämtliche Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein und Norwegen) bestellt werden.

Der Online-Verkauf von rezeptpflichtigen Medikamenten in oder nach Österreich ist hingegen verboten! 

Achtung: Entscheidend ist, ob die Arzneimittel in Österreich, und nicht in dem Staat in dem die Apotheke Ihren Sitz hat, rezeptfrei bzw. rezeptpflichtig sind. 

Ausnahmsweise können Arzneimittel, die nicht in Österreich zugelassen sind, aus einem EWR-Staat geliefert werden, wenn das Medikament mit einem in Österreich zugelassenen vergleichbar und im Versendestaat legal erhältlich ist. Auch hier gilt aber natürlich, dass diese in Österreich rezeptfrei sind.

Eine Online-Bestellung ist außerdem nur dann zulässig, wenn die Arzneimittel für den eigenen Bedarf gekauft werden.

Generell problemtisch ist auch, dass KonsumentInnen sich oft nicht sicher sind, ob ein bestimmtes Arzneimittel in Österreich zugelassen bzw. rezeptfrei ist. Aus diesem Grund besteht bei Online-Bestellungen von Arzneimitteln immer eine gewisse Rechtsunsicherheit.

Achtung: Nicht nur der Verkauf, auch der Kauf von Arzneimittel entgegen den genannten Bestimmungen ist verboten. Der Zoll ist berechtigt illegale Sendungen abzufangen und gegebenenfalls zu vernichten. Die Kosten hierfür trägt dann der Käufer!

Welche Gefahren gibt es bei einem Online-Kauf von Medikamenten?

Bei vermeintlich echten „Online-Apotheken“ kann es sich um betrügerische Online-Shops handeln, die  gefälschte Waren verkaufen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich nicht von einem professionellen Auftreten und günstigen Preisen blenden zu lassen. 

Mehr als 95 Prozent der im Internet erhältlichen Arzneimittel sind Fälschungen oder entsprechen nicht den im Pharmabereich üblichen Standards, die Sicherheit für Patient/innen gewährleisten . Die meisten Fälschungen betreffen Schmerzmittel, Potenzmittel, Vitamin- und Muskelaufbaupräparate.

Illegale Online-Apotheken agieren außerdem oft unter einer falschen oder verborgenen Identität. Das macht es unmöglich, sie rechtlich zu belangen, wenn beispielsweise gefälschte Medikamente geliefert werden oder durch die Einnahme von Arzneimittel gesundheitliche Beschwerden und körperliche Schäden eintreten.

Sicherheitslogo für Versandapotheken

Das wichtigste Erkennungsmerkmal für die Seriosität einer Online-Apotheke ist ab dem 25.6.2015 das neue EU-weite gemeinsame Sicherheitslogo für legale Online-Apotheken.  

Sicherheitslogo

Das Flaggensymbol auf dem Logo gibt Auskunft darüber, in welchem Staat die Apotheken Ihren Sitz hat (im Beispiel also Österreich).

Durch einen Klick auf das Logo gelangt man zu einer Liste der jeweiligen nationalen Arzneimittelbehörde (in Österreich das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen). Ist die Apotheke dort gelistet, bedeutet dies, dass sie tatsächlich registriert ist. 

Woran erkenne ich seriöse Online-Apotheken für nicht rezeptpflichtige Medikamente sonst noch?

Grundsätzlich ist es ratsam, sich die Website einer Online-Apotheke sehr genau anzusehen, um kein Betrugsopfer zu werden. Wichtig ist, dass Sie genau wissen, bei wem Sie Arzneimittel bestellen! 

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Online-Apotheke z.B. dahingehend zu überprüfen,

→ ob es ein Impressum gibt, 

→ ob üblicherweise vorhandene Allgemeinen Geschäftsbedingungen („AGB“) verwendet werden, 

→ ob eine einheitliche Sprache auf dem gesamten Online-Angebot vorherrscht, 

→ ob die Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen problemlos möglich ist, und

→ ob auf eine eigene E-Mail-Infrastruktur zurückgegriffen wird (zum Beispiel info@apothekexy.de, nicht aber billigepillen@emailanbieter.com).

Darüber hinaus ist es ratsam, sich über Suchmaschinen zu informieren, welchen Ruf die Online-Apotheke im Internet hat. Damit kann oft festgestellt werden, ob sie zufriedene oder unzufriedene Kund/innen hat, ob es Ungereimtheiten und Probleme bei der Lieferung der Medikamente gibt et cetera.

Ein weiterer Tipp: Vergleichen Sie immer die Gesamtkosten Ihrer Bestellung (inkl. Versandkosten). Denn Online-Apotheken sind nicht immer günstiger!


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