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10. Februar 2004

ombudsmann.de: erste Resultate und Tendenzen

Berlin, 10.02.2004: Vor mehr als zwei Monaten haben wir die neue Schlichtungsstelle ombudsmann.de in das Internet gestellt. Mit der Resonanz in den Medien. mit den Verlinkungen im Netz und – das ist das Wichtigste: – mit der Resonanz bei Verbraucherinnen und Verbrauchern sind wir zufrieden.

Stand 10.02.2004

Angemeldete Schlichtungsfälle:     388


Für eine Auswertung dieser Fälle ist es sicher noch zu früh. Es lassen sich jedoch jetzt schon einige deutliche Tendenzen erkennen:

  1. In überdurchschnittlich vielen Fällen ist das zentrale Problem die Vorkasse, also die Vorleistung des Käufers nach dem Grundsatz: "Erst das Geld, dann die Ware". Wenn man die von ombudsmann.de nicht zur Streitschlichtung angenommen Fälle aus den Internetversteigerungen hinzunimmt, wird deutlich, dass die im Internet häufig verlangte Vorkasse ein Problem zu Lasten der Verbraucher darstellt. Die Politik sollte überlegen, wie hier das Marktgleichgewicht wieder hergestellt werden kann. Die Verbraucher müssen mehr als bisher davor gewarnt werden, durch Vorauszahlung dem Verkäufer blind zu vertrauen.
  2. Adressaten von Verbraucherbeschwerden sind selten die großen Versandhandelsunternehmen, vielmehr sind in der Regel mittlere und kleine Anbieter von den Beschwerden betroffen. Wahrscheinlich fällt es solchen Betrieben - insbesondere in der Startphase - schwer, ein leistungsfähiges Beschwerde-Management aufzubauen.
  3. Unternehmer tun sich manchmal schwer, sich auf das Online-Verfahren einer Schlichtungsstelle einzulassen und wollen lieber konventionell - außerhalb des Internet - die Kommunikation im Schlichtungsverfahren führen. Das ist für ombudsmann.de aus organisatorischen und finanziellen Gründen nicht möglich. Wir appellieren an alle Beteiligten, sich auf die "elektronische Schlichtung" einzulassen. Immerhin sind die Verträge auch auf diesem Wege geschlossen worden. Es sollte daher möglich sein, die Vorteile des neuen Mediums auch bei Vertragsstörungen zu nutzen.

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