29. Oktober 2008
Fingierte Rechnungsmails als Spams mit Malware enttarnt
Spamflut mit gefährlicher Software über Österreich
Bei den österreichischen Konsumentenschutzorganisationen glühen die Drähte! Die nächste gefährliche Spamwelle überschwemmt Österreich. Immer wieder erhalten wir Anfragen und Beschwerden verunsicherter Konsumenten bezüglich verschiedenster E-Mails, in denen die Bezahlung einer hohen Geldsumme z.B. von stayfriends.de gefordet wird.
Angeblich Post von stayfriendsAuch bei der Verbraucherzentrale NRW häufen sich Anfragen besorgter Verbraucher, die unter unterschiedlichen Absendern und mit unterschiedlichem Betreff (Abbuchung, Ihre Rechnung, aber auch Merkwürdigkeiten wie Vattenfall) eine E-Mail erhalten haben.
Im Text bedankt sich der Absender bei den verwunderten Empfängern für die Anmeldung bei "stayfriends.de" und nennt Preise für den kostenpflichtigen Suchservice mit Beträgen zwischen 200 und 700 Euro.
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank fur Ihre Anmeldung bei stayfriends.de Sie haben Sich fuer unseren kostenpflichtigen Suchservice entschieden. 397,36- Euro werden Ihrem Konto fur ein Jahresvertrag zu Last gelegt. Wir mailen Ihnen alle Antworten auf Ihre Suchanfrage 2 Mal woechentlich zu, Sie koennen sich auch zu jeder Zeit einloggen und den aktuellen Stand einsehen. Entnehmen Sie Ihre Rechnung und den Zugang zu Ihrem Profil den unten angefuehrten Anhang. Bitte diesen genauestens durchlesen und bei einer Unstimmigkeit uns kontaktieren. Zum Lesen wird kein zusaetzliches Programm benoetigt.Falls die Anmeldung von einer dritten Person ohne Ihre Zustimmung durchgefuehrt wurde, fuehren Sie unverzueglich, den in dem Anhang aufgefuehrten Abmeldevorgang aus.Der Widerspruch ist nach unseren AGB's innerhalb von 7 Tagen schriftlich zulaessig!
Eine Kopie der Rechnung wird Ihnen in den nachsten Tagen per Post zugestellt.
mit freundlichen Gruessen
StayFriends GmbH
Postanschrift
StayFriends GmbH
Neustaedter Kirchenplatz 1a
D-91054 Erlangenoder in der Kurzversion
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank fur Ihre Anmeldung bei staysfriends.de Sie haben Sich fuer unseren kostenpflichtigen Suchservice entschieden. 758,82- Euro werden Ihrem Konto fur ein Jahresvertrag zu Last gelegt.
Eine Kopie der Rechnung wird Ihnen in den nachsten Tagen per Post zugestellt.
Mit freundlichen Gruessen
StaysFriends GmbHZIP-Datei mit SchadsoftwareMit Hinweis auf Rechnung und Zugang zum vermeintlich eingerichteten Suchprofil werden Empfänger zum Öffnen des ZIP-Anhangs bewegt. Das ZIP-Archiv enthält ein Trojanisches Pferd namens Win32.Agent.algj, das zu einer Sicherheitslücke auf dem Rechner führen kann.
Stayfriends bestätigt FälschungStayfriends ist ein sog. Schulfreunde-Suchdienst von t-online, der sich - laut VZ NRW - bereits auf seiner Internetseite von der Aussendung distanziert:
"Wir versichern Ihnen, dass diese E-Mails keinesfalls von StayFriends stammen. Bitte öffnen Sie auch keinesfalls den Anhang, dieser enthält einen Virus. Löschen Sie einfach diese E-Mail. E-Mails, die von StayFriends kommen, sprechen Sie mit Ihrem Namen an und enthalten andere personalisierte Inhalte. Sollten Sie beide Merkmale nicht erkennen, können Sie davon ausgehen, dass die E-Mail nicht von StayFriends kommt."
Verbraucher sollten sich keinesfalls dazu verleiten lassen, den E-Mail-Anhang zu öffnen.Die VZ NRW rät, die in der E-Mail angekündigten Rechnungen selbstverständlich nicht zu bezahlen. Auch den auf den ersten Blick verbraucherfreundlichen Hinweis "Falls die Anmeldung von einer dritten Person ohne Ihre Zustimmung durchgeführt wurde, führen Sie unverzüglich den in dem Anhang aufgeführten Abmeldevorgang aus" sollte man in keinem Fall befolgen.
Spiegel Online warnt vor TrojanernangriffDie Onlineausgabe des Magazins "Der Spiegel" warnt eindringlich vor dieser Welle fingierter Rechnungsmails:
"Wer auf den Trick mit dem Rechnungsanhang reinfällt, übergibt die Kontrolle über seinen PC an eine Schadsoftware!", so Spiegel Online.
Teschinkasso Forderungs GmbHMassenspams im Namen von "Teschinkasso Forderungs GmbH" beschäftigen derzeit die Kölner Polizei.
Diese E-Mails sind derzeit so massiv im Internet unterwegs, dass sich die Polizei Köln genötigt sah, eine Warnung auszusprechen:
"Man solle die Schreiben am besten sofort löschen und auf keinen Fall den Dateianhang öffnen. Im Dateianhang steckt Schadsoftware, die sich beim Öffnen auf den Empfängerrechner installieren würde. Zukünftig könnte dieser Rechner dann ausgespäht und ferngesteuert werden."
Strafverfahren läuft bereitsEin Strafverfahren (versuchte Datenänderung) wird in diesem Zusammenhang bereits bearbeitet. Die Polizei in Köln empfiehlt daher eine Anzeige bei der örtlich zuständigen Polizei, sofern das Mail bereits geöffnet wurde.
Schadsoftware wird derzeit noch nicht erkanntDie Schadsoftware wird von den meisten Antivirenprogrammen bisher nicht erkannt.
Entsprechende Veröffentlichungen auf den Internetseiten der Antivirenprogrammhersteller sollen zeitnah erfolgen.
Ein entsprechendes Strafverfahren (versuchte Datenveränderung) wird in diesem Zusammenhang bereits bearbeitet. Sollte die Mail geöffnet worden sein, wird - seitens der Kölner Polzei - Anzeigenerstattung bei der örtlich zuständigen Polizei empfohlen.
Tipps:
- E-Mails, in denen die Empfänger aufgefordert werden angehängte Dateien zu öffnen, sollten einem jedenfalls verdächtig vorkommen.
- Keinesfalls sollte man die angehängten Links anklicken und die darin enthaltenen vorgefertigten Formulare ausfüllen
- Achten Sie genau auf die Absenderadresse!
- Öffnen Sie keinesfalls unbekannte Dateien oder Anhänge!
- Auch Rechtschreib- und Grammatikfehler im Mail-Text könnten ein Hinweis auf eine Fälschung sein.
- Löschen Sie verdächtige E-Mails ungelesen! Es sind bereits Fälle bekannt, in denen Hacker über eigene Programme, die sich nach Öffnen der Mail am PC einnisten, Zugriff zu Daten erhalten haben.
- Aktualisieren Sie regelmäßig Ihre Antivirenprogramme
Links:
(Quelle:
Europakonsument)