01. Juli 2005
Internet Ombudsmann startet Empfangssperre für teure Mehrwert-SMS
Der Empfang von teuren SMS kann nun ab 1.7.2005 unter www.sms-sperre.at unterbunden
werden. Internet Ombudsmann, Arbeiterkammer und 3united AG entwickeln
Lösung.
Zuletzt gab es immer wieder Beschwerden darüber, dass der unerwünschte
Empfang (!) von Mehrwert-SMS bei Konsumenten hohe Handyrechnungen
verursacht hat. Der Internet Ombudsmann (www.ombudsmann.at) hat
festgestellt, dass dafür in vielen Fällen unbewusst bestellte,
langfristige SMS-Abonnements verantwortlich sind.
Vor allem Kindern und Jugendliche bestellen oft Klingeltöne und
Handy-Spiele, ohne sich über die laufenden Kosten, der meist damit
verbundenen Abonnements im Klaren zu sein. Und auch im Erotik-Bereich
wird man manche SMS-"Kontakte" nur mehr schwer los – und bezahlt pro
eingehender SMS bis zu 10 Euro.
Immer öfter erhalten Handy-Nutzer aber auch ohne ihr Zutun so genannte
Spam-SMS, – Nachrichten, die sie niemals bestellt haben – und werden
für den Empfang dieser Nachrichten auch noch zur Kasse gebeten.
Grundsätzlich muss das Abbestellen aller Mehrwert-SMS-Dienste mittels
SMS mit dem Wort "Stop" an den Dienste-Anbieter funktionieren, so sehen
es die gesetzlichen Regelungen vor. Wenn das allerdings nicht klappt,
fallen laufend Empfangskosten an und man ist nachträglich auf
komplizierte und oft langwierige Rechnungseinsprüche bei seinem
Handy-Netzbetreiber angewiesen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele
Betreiber von SMS-Mehrwertdiensten ihren Sitz im Ausland haben und für
Kundenanfragen nur schwer erreichbar sind.
Keiner der österreichischen Handy-Netzbetreiber bietet derzeit die
komplette Sperre der Mehrwert-SMS Nummernblöcke (09xx) an, wie es von
Elternvertretern und Konsumentenschützern immer wieder gefordert wird –
obwohl dies in Österreich seit langem gesetzlich vorgeschrieben wäre.
Nur Sprachtelefonate zu Mehrwertnummern können derzeit über die
jeweiligen Netzbetreiber präventiv gesperrt werden.
Der Internet Ombudsmann (www.ombudsmann.at) hat sich daher gemeinsam
mit der Arbeiterkammer dieses Problems angenommen und im Rahmen der
Initiative Saferinternet.at (www.saferinternet.at) einen "Mehrwert SMS
Round Table" von Konsumentenschützern mit Handynetzbetreibern,
Telekom-Regulierungsbehörde und Mehrwertdienste-Anbietern initiiert.
Als erstes Ergebnis der Gespräche hat der Internet Ombudsmann gemeinsam
mit der Arbeiterkammer und dem Mobile Solutions Provider "3united" eine
Lösung für das Problem von unerwünschten kostenpflichtigen SMS
entwickeln können – die "Mehrwert SMS Empfangssperre".
Mit ihr kann jeder Handybesitzer selbst im Internet unter
www.sms-sperre.at den unerwünschten Empfang von kostenpflichtigen
Mehrwert-SMS auf seinem Handy sofort stoppen – und auf Wunsch auch
wieder selbst entsperren. Die Eingabe der eigenen Handy-Nummer und der
zu sperrenden Mehrwert-Nummer auf der Website www.sms-sperre.at reicht,
um eine sofortige Empfangssperre zu veranlassen. Eine automatische
PIN-Code- und Bestätigungs-SMS verhindert den Missbrauch des
Sperrdienstes
Dazu Jürgen Gangoly, Projektleiter Internet Ombudsmann: "Wichtig bei
sms-sperre.at ist, dass man gezielt einzelne unseriöse Anbieter sperren
kann und nicht gleich den gesamten 0900er-Nummernblock für sein Handy
sperren muss. So kann man weiterhin jene Dienste nutzen, die man
schätzt und bleibt trotzdem von lästigen Spam-SMS und anderen
unerwünschten kostenpflichtigen SMS verschont."
"Zusätzlich ermöglichen wir mit sms-sperre.at den vielen besorgten
Eltern erstmals, die Handys ihrer Kinder so einzurichten, dass die
Nutzung von teuren, taschengeld-fressenden Mehrwertdiensten nicht mehr
möglich ist", so Gangoly weiter.
Die Sperre funktioniert für jede Rufnummer, egal ob Wertkarten oder
Vertragshandy. Schon jetzt zum Projektstart können unter
www.sms-sperre.at mehr als 50 Prozent, der in Österreich verfügbaren
Mehrwertdienste online via Website gesperrt werden. Zu den derzeit noch
nicht technisch angebundenen Mehrwertdienste-Anbietern, erhält man
automatisch Kontaktdaten, um diese Anbieter einfach telefonisch
kontaktieren zu können. In Kürze werden neben dem Marktführer 3united
auch andere große österreichische SMS-Dienstleister, wie z.B. ATMS und
Dimoco, die Online-Sperre direkt unterstützen. Damit wird eine fast
vollständige Marktabdeckung erreicht werden.
Der Sperrdienst wird vom Internet Ombudsmann gratis angeboten und das
soll laut Projektleiter Gangoly auch in Zukunft so bleiben. Zur
Finanzierung der laufenden Kosten hoffen die Projektbetreiber auf
Unterstützung des Konsumentenschutzministeriums und der Telekom-Branche.
Rückfragen:
Der Internet Ombudsmann
Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation – ÖIAT
Jürgen Gangoly, gangoly@ombudsmann.at
1.7.2005