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11. Januar 2008

Urteil gegen Internetseiten mit versteckten Preisangaben

Internetseiten mit versteckten Preisangaben sind irreführend und damit unzulässig. Das hat jetzt das Oberlandesgericht Wien nach einer Klage der Arbeiterkammer bestätigt. Preis und Aufklärung über das Rücktrittsrecht müssen demnach klar angegeben sein.


Die AK hatte Anfang 2007 eine Klage gegen IS Internet Service AG, vormals Xentria, eingebracht. Der Anbieter warb auf mehreren Webseiten für vermeintlich kostenlose SMS-Services und Lebensprognosen.

Die Seiten entpuppten sich allerdings als Kostenfallen in Form von teuren Abos.

Die AK kündigt weitere Klagen an. Das aktuelle Urteil ist nicht rechtskräftig.

Schnelles Geld für "Serviceanbieter"
Gratis-SMS, Hausaufgaben, Vornamen, Wissensspiele, Ahnenforschung Informationen über Ausbildungen und Jobs oder Sternzeichen - in die Falle vermeintlicher Gratis-Angebote tappen besonders Jugendliche.

Nach der Registrierung auf der Internetseite wird versprochen, das Angebot sofort nutzen zu können. Und wer einmal seine Daten abgesendet hat, wird auch schon zur Kassa gebeten.

Die entsprechenden Preisangaben erkennt man nämlich nicht auf den ersten Blick, da sie sich oft im Kleingedruckten verstecken. "Selbst geübte Surfer übersehen die geschickt platzierten Preisangaben", warnt AK Konsumentenschützer Harald Glatz.

Massive Drohungen
Wer nicht zahlt, dem wird sofort mit Mehrkosten, Anwaltschreiben und Gerichtsverfahren gedroht. Das würde viele Konsumenten einschüchtert, und sie würden zahlen, sagt Glatz. Doch selbst wer aus Verunsicherung bezahlt, hat keine Ruhe, denn ein Jahr später geht es oft wieder von vorne los, wenn es sich um Abodienste für zwei Jahre handelt.

Fünf Tipps der AK Konsumentenschützer:
  • Registrieren Sie sich nicht vorschnell auf Webseiten mit Angeboten und Informationen über z.B. Lebensprognosen, SMS-Diensten oder Vornamen. Solche Seiten sind oft nur am Tag der Registrierung gratis, dann verlängern sie sich in einen teuren Abo-Vertrag.
  • Lesen Sie die gesamte Webseite und die Geschäftsbedingungen, bevor Sie sich auf Angebote oder Tests einlassen. Das Kleingedruckte gibt es auch im Web
  • Gehen Sie mit Ihren Daten wie Name, Adresse, Telefon sorgsam um. Geben Sie nie persönliche Daten ein, ohne genau nachzulesen, wozu sie benötigt werden.
  • Unerklärbare Rechnungen nicht gleich zahlen. Überprüfen Sie die Fakten und wenden Sie sich im Zweifelsfall an eine Konsumentenberatungsstelle.
  • Haben Sie sich auf einer vermeintlichen Gratisseite angemeldet oder haben Sie eine Zahlungsaufforderung bekommen, nutzen Sie umgehend Ihr Rücktrittsrecht laut Konsumentenschutzgesetz. Tun Sie das schriftlich und eingeschrieben.
Quelle: AK

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